Stadt IV (der Knall), Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2005<br><br>
Stadt IV (der Knall), Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2005

SIGGI HOFER / IM 80.STOCK

Siggi Hofers große Stadtbilder sind Schautafeln unbestimmter zersiedelter Gegenden mit kleinen Industriekomplexen, Wohnblöcken und Freiflächen im Stil der siebziger Jahre, wie man sie in Randgebieten kleinerer Städte antrifft und in Bilderbüchern dieser Zeit. Der Wiener Künstler benutzt diese Schautafeln, um mentale Veränderungen vorzunehmen, sie etwa mit künstlichen Plateaus zu staffeln, mit Schriftblöcken oder riesigen Hämmern zu versehen. Hofer, der auch mit Modellen, Performances und Texten auftritt, untersucht die existenziellen Veränderungen, die sich ergeben, wenn man Elemente isoliert oder neue Ideen in vertraute Welten (Arbeitszimmer) bringt.
Veit Loers, Kurator (zur Ausst. „von Erde schöner“ 2006, Galerie Kugler, Innsbruck) 

Stadt, Land, Architektur, Heimat, Individuum und Gemeinschaft sind Themen, die Siggi Hofer
in seinen Zeichnungen vielfach beschäftigen. Siggi Hofer geht es nicht um Städtebau oder Architektur. Die Landschaft bleibt abstrakt, ein Nicht-Ort. Dem Künstler geht es vielmehr um den Prozess des Wachsens.
Aus: Text zur Ausst. “Profiler“, Kunstraum Niederösterreich, Wien

Installation: LEERGEBLASEN<br><br>
Installation: LEERGEBLASEN

Ausgesprochen eigenwillig bringt der gebürtige Südtiroler Jahrgang 1970 seine Vorstellungen von architektonischer Flächennutzung aufs Papier. Hochhauskomplexe, Wohnsiedlungen und Industriebauten erheben sich auf stark ausgesetzten Freiarealen extrem zerklüfteter Gegenden. Autobahnen, Brücken und Flüsse schaffen dabei nicht immer die Verbindung von einem Knotenpunkt zum anderen, brechen mitunter ab, münden in die Tiefen klaffender Schluchten. Aus der Vogelperspektive und in obsessiver Detailgenauigkeit entwirft Hofer seine skurril-utopischen Konzepte von Raumeroberung. Textblöcke, die "Ende", "King Kong" oder "Knall" schreien, schiebt er als kompositorische Brüche ein und legt damit das narrative Potenzial seiner Arbeiten offen. Hofer versteht es aber nicht nur in seinem grafischen Werk unsere Vorstellung von bebauter Umgebung umzumodeln. Auch mit Schriftinstallationen aus Presspanplatten appelliert er an unsere herkömmlichen Begrifflichkeiten von Raum und Ordnung. Bierseelig wird der Künstler zudem zum Popstar wie ein Video zeigt. Und eine beeindruckende Plattensammlung von Milva besitzt er auch. Fotos aus Kindheit und Jugend sowie zu Wolkenkratzern aufgetürmte Joghurtbecher sind weitere Versatzstücke dieser gut choreografierten Schau, die nicht nur bei den Mitarbeitern der Bauholding großen Zuspruch finden dürfte.
Manisha Jothady
Siggi Hofer und Hans Peter Haselsteiner<br><br>
Siggi Hofer und Hans Peter Haselsteiner

SIGGI HOFER

1970              geboren in Bruneck, Italien
1990-1992     Meisterschule für Malerei, Graz (Gerhard Lojen)
1993-1998     Universität für angewandte Kunst, Wien, Meisterklasse Mario Terzic
2000              Gründung der Künstlergruppe RAIN
2001-05         Lektor an der Technischen Universität (Kunst als Architekturpraxis),Wien
zahlreiche Videoprojekte ab 2001
lebt und arbeitet in Wien

Videoperformance : Doswedanje<br><br>
Videoperformance : Doswedanje

Ausstellungen (Auswahl)

2006  Artist Spotlights; Microsoft Art Collection, Redmond USA
          Genuine Happiness; galerie kunstbuero, Wien (Bet.)
          Der Schuh in der Kunst; Galerie im Traklhaus, Salzburg (Bet.)
          Sammlungen der Angewandten, Heiligenkreuzer-Hof, Wien (Bet.)
          Von Erde schöner; Galerie Kugler, Innsbruck (Bet.)
2005 Voglio spazio per crescere; galerie kunstbuero/Kunsthalle8, Wien
          Weit und breit kein Ende; Galerie Eva Presenhuber, Zürich
          Profiler; Kunstraum Niederösterreich, Wien (Bet)
          Ne travaillez jamais ; Am Mayerhof, Waldhausen NÖ (Bet.)
         *in Südtirol, lebt in Wien; Walterhaus, Bozen (Bet.)
2004  Wiener Linien; Wien Museum, Wien (Bet.); Panorama 03, Bozen (Bet.)
2003  My life is your life; kuratiert von B+B, Österreichisches Kulturforum, London
2002  Ohne Harmonie/Without Harmony; galerie kunstbuero, Wien 
          Twothousendandtwo miles; galeria raster, Warschau
2001  Apartmenthouses; Galerie 5020, Salzburg
2000  Ausstellung No 5; Sägehalle Feistritzwald, Steiermark
1999  Als ich im Hotel ankam; galerie kunstbuero, Wien

Ende, Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2006<br><br>
Ende, Aquarell und Tuschestift/Papier, 152 x 152 cm, 2006

Preise / Stipendien

2005  Treibholz; Kunst im öffentlichen Raum, Wallsee, NÖ
2004  Staatsstipendium des BKA Österreich
2003  SCA-Kunstwettbewerb, 3. Preis (Ausst.)
2000  Schindlerstipendium, L.A.
1999  RBB Kunstwettbewerb, Graz
          17. Römerquelle Kunstwettbewerb, Graz, Klagenfurt, Wien
1993  Künstlerpreis; Plakataktion Kunst auf Zeit, Gruppe 77, Graz

> Galerie Meyer Kainer