
Mit Ironie und Sarkasmus schildert die Künstlerin Deborah Sengl ihre „Ertarnungen“: Mischwesen aus Tier und Mensch, Opfer und Täter. Hierarchien zwischen den Lebewesen, gentechnische Veränderungen, Tarnung und (Selbst)Täuschung, Imitation, Verkleidung und Persiflage sind Themen ihres Gesamtkonzepts. In ihrer Malerei, Medienkunst und Skulptur aus Tierpräparaten verweist Deborah Sengl kritisch auf die Ambivalenz zwischen Sein und Schein, Gut und Böse.
Barbara Baum, Strabag Kunstforum
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind vielfältig wie die aller Organismen zueinander. Einem scheinbaren Ordnungssystem folgend, nützen, schützen, schaden und bekämpfen die einzelnen Existenzen einander. Im hierarchischen Zusammenhang reihen sich der Mensch vor dem Tier und dieses vor den Pflanzen ein. Einzig der Mensch kann es sich aussuchen, diese Reihenfolge zu akzeptieren - er steht an oberster Stelle und bestimmt die Koexistenz zwischen allem Lebenden.
Wir verleugnen unsere tierische Vergangenheit oder bezeichnen diese zumindest als unsere "niedere" Natur und verdrängen sie. Ein ambivalentes Verhalten lässt die Menschen sich aber immer noch nach den tierischen Kräften sehnen, obwohl die Angst existiert, das Menschsein zu verlieren…
Günther Holler-Schuster, Kurator, Neue Galerie, Graz

Deborah Sengl, als ausgebildete Künstlerin und Biologin, bietet in ihrer Arbeit einige Möglichkeiten an, die sich aus dieser Konsequenz ergeben. Sie reagiert dabei auf Phänomene, die einerseits tatsächlich in der Natur vorkommen - die Ameisenspringspinne imitiert das Aussehen der eigenen Beutetiere - oder erfindet Varianten ähnlichen Charakters (Tarnung und Täuschung). Die Tarnung ist eine der einfachsten Formen, sein Äußeres zu verändern und somit die Umwelt zu täuschen. Die Gentechnik als wesentlich komplexeres System bestimmt hingegen neue Formen der Existenz…
Ob es sich nun dabei um neue Fabelwesen handelt, oder ob hier eine ironische Anmerkung zur Gentechnologie herauszulesen ist, muss dem Betrachter überlassen werden.
Günther Holler-Schuster, Kurator, Neue Galerie, Graz
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DEBORAH SENGL
1974 geboren in Wien
1992 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien
Meisterklasse Mario Terzic, visuelle Mediengestaltung
1995 Kunsthochschule Berlin/Weißensee, Modeabteilung
1996 Meisterklasse Christian Ludwig Attersee, Diplom
textile Gestaltungen, Kostüm- und Bühnenausstattungen
lebt und arbeitet in Wien

Ausstellungen (Auswahl)
2006 Ertarnungen; Galerie Sechzig, Feldkirch
Ertarnungen; Galerie Tazl, Graz
I was born to make you happy; Semperdepot, Wien
Österreich 1900-2000; Sammlung Essl, Klosterneuburg (Bet.)
2005 Ertarnung III; lukasfeichtner galerie, Wien
Figur und Wirklichkeit; Tiroler Landesmuseum, Ferdinandeum (Bet.)
Figur & Skulptur; Sammlung Essl, Klosterneuburg
2004 Ertarnungen; Galerie Thiele, Linz
Dein Schwein ist mein Schwein; Galerie Marcus Deschler, Berlin
Erzüchtigungen & Ertarnungen; Forum Kunst Rottweil, Rottweil
2003 Ertarnungen II; Galerie feichtner & mizrahi, Wien
Ertarnungen, Oriontarnungen; Erzüchtungen;
Galerie Binz &Krämer,KölnErtarnungen;Galerie K4, Saarbrücken
Ertarnungen II; Neue Galerie/Studio, Graz
2002 Ertarnungen; Galerie Karin Sachs, München
2001 Die Schlange-als Räuber-ertarnt sich die begehrte Beute; Kupferstichkab.,
Ertarnungen; Galerie feichtner & mizrahi, Wien
2000 Der Vogel-als Räuber-ertarnt sich die begehrte Beute; Galerie Arc, Wien
Pyssla 1 – 30; Galerie Station 3, Wien
1999 Oriontarnung; Kunstbuero 1060, Wien
Oriontarnung; Kunstverein Paradigma, Linz
Preise
1999 17.Römerquellekunstbewerb, Salzburg, Klagenfurt, Wien
1996 25.Österreichischer Grafikwettbewerb, Wirtschaftskammer Tirol
2002 Förderungspreis der Stadt Wien
2005 Walter Koschatzky Preis, Wien (Nominierung)
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