
Bunstift/Papier, 2006
Die Zeichnungen von Bertram Hasenauer öffnen Räume von scheinbar unbegrenzter Ausdehnung, die im Schauen des Portraitierten und des Betrachters entstehen. Zwischen Introspektion und Beobachtung changierend, unterlaufen seine Bilder die Grenzen von innen und außen. Imagination und Wahrnehmung überlagern einander.
Dr. Benjamin Meyer-Krahmer
Die porträthaften Bilder Betram Hasenauers bilden eine Typologie des Zeitgenössischen. Jedes Einzelne besteht als Abbild der Realität, ohne die realistische Darstellung eines identifizierbaren Individuums zu sein. Jedes ist aus anderen Vorbildern entwickelt und greift durch das Zwischenmedium der Fotographie auf unterschiedlichste Personen und Gesten zurück. Alle vereinen in sich Merkmale und Charakteristika unterschiedlichster Personen, gemein ist ihnen einzig ihre Jugend und eine gewisse Androgynität. In seinen gemalten Porträts bietet Hasenauer einen fein differenzierten Blick auf das vorgebliche Wesen idealistischer Figuren. Sie sind Darstellungen konzentrierter Wirklichkeit.
Axel Lapp 2004

Hasenauer setzt sich in seinen Arbeiten unter anderem mit dem breiten Spektrum nonverbaler Kommunikation auseinander – Gesten, Posen, Körperhaltungen - was können sie aussagen, wie werden sie vom Betrachter interpretiert?....
Stets werden die Modelle alleine, in einer deutlichen Pose, vor einem neutralen weißen Hintergrund präsentiert. Durch die elaborierte Art der Umsetzung - der Künstler trägt die Farbe wie einen dünnen Film sorgsam auf einer fein strukturierten Grundierung auf - wird die irritierende Ober-Fläche noch betont und in den Vorder-Grund gestellt. Die Dargestellten wirken abwartend, sie verharren in ihrer suchenden Melancholie, Vergangenheit und Zukunft scheinen in diesen Bildern zusammen zu fallen - dieser von Hasenauer gekonnt konstruierte, schwebende Zustand zieht den Betrachter in seinen Bann.
Benjamin Meyer-Krahmer, Universität der Künste Berlin

BERTRAM HASENAUER
1970 geboren in Saalfelden
1992-1997 Akademie der bildenden Künste, Wien; Meisterklasse Franz Xaver Ölzant
1996/1997 Hochschule der Künste, Berlin, Erasmus Austausch Programm
1997/1998 Central Saint Martins College of Art & Design, London
lebt und arbeitet in Berlin

Ausstellungen (Auswahl)
2006 Tomorrow will be different; Galerie Hohenlohe, Wien
Tortoise; Kunsthaus Nexus Saalfelden
2005 New Talents; Art Cologne
Volle Tube; Galerie der Stadt Wels (Bet.)
2004 Berliner Liste; Messe für aktuelle Kunst; con-temporary, Berlin2003
Vision einer Sammlung; Museum der Moderne Salzburg, Salzburg (Bet.)
Eingeladen von Tilman Wendland; Atelier Tilman Wendland, Berlin (Bet.)
Papierarbeiten von Männern; Oderbergerstraße 61/2, Berlin (Bet.)
2003 sometimes you wish someone could; Galerie Hohenlohe & Kalb, Wien
2002 Von Anfang an...; Salzburger Kunstverein, Salzburg
Inside you are pretending; con-temporary, Berlin
Prepare now for eternity; Galerie 5020, Salzburg
The innocence we saw; Neue Galerie Graz Studio, Graz
Figur-Gegenfigur; Rupertinum, Salzburg
2001 Don’t try so hard to be different; Österreichisches Kulturinstitut, Krakau
Life instructions; Literaturwerkstatt Berlin, Berlin
1998 Hasenauer & Rust geben gute Tipps; Kommunikations Büro, Wien
Preise / Stipendien
2005 Anton Faistauer - Preis für Malerei (Anerkennungspreis)
Staatstipendium für Bildende Kunst, Bundeskanzleramt Wien
1999 Atelierstipendium Krakau, Bundeskanzleramt Wien
1998 Atelier Austausch Programm Salzburg - Berlin
1997 Arbeitsstipendium, Bundeskanzleramt Wien

