
Der Gesamtpreisträgerausstellung mit allen prämierten Werken folgte als erste Einzelausstellung die Ausstellung von Markus Krön in der ARTLOUNGE im STRABAG HAUS.
Die stimmungsvollen Ausschnitte der österreichischen Landschaft, die Neuinterpretation von Heimat und Natur sind Themen der Malerei des gebürtigen Salzburgers. Skurrile Details machen auf die oft unbewusst wahrgenommene, poetische Wirkung unserer Umwelt aufmerksam. Autobahnen, Neubauten, weibliche Akte zeugen auf humorvoll-ironische Weise von der Diskrepanz zwischen kühler Distanz und Emotion. Barbara Baum, Strabag Kunstforum
Schlichte Landschaften die von einer banalen Alltäglichkeit erzählen, Blicke, die man im Allgemeinen schnell wieder vergisst. In Bilder gebannt offenbaren sie uns aber eine Realität, verursachen ein Echo in unseren Erinnerungen, dass zumeist jenseits des einfach Benennbaren liegt...

Krön ist nicht an der Dekonstruktion einer überlieferten Heimatidylle interessiert. Es geht ihm nicht um die Anklage der Zerstörung der Natur im Sinne einer Modernisierungskritik. Krön schafft eine ganz eigene und eigentümliche Form einer spröden Vertrautheit, in die letztlich eine fast mythische Sehnsucht eingewoben ist.
Die manchmal ironisch - distanziert wirkende Überhöhung zeigt sich auch in den als „Nymphen“ bezeichnete nackte Wesen, die mit einem ästhetischen Überrumpelungseffekt in den Bildern auftauchen. Kunsthistorisch gesehen stehen diese Naturgöttinnen typischerweise für die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die Fruchtbarkeit und die gängige Gleichsetzung von Frau mit Ursprünglichkeit im Gegensatz zur Kultur. Viele der gezeigten Frauen sind hochschwanger, was vorangegangene Aussagen noch zusätzlich stützen könnte, aber, sie sind im Gegensatz zu ihren bescheiden zwischen Büschen kauernden oder fröhlich im Reigen tanzenden Vorbildern sehr prominent in den Vordergrund gesetzte diesseitige Frauenfiguren, Halbwesen, vom Rande der Zivilisation, die teilnahmslos oder distanziert betrachtend zwischen Wohnblöcken, unter Straßenbrücken oder auf Autobahnen in die Idyllen eintreten.
Krön hat eine eigene, moderne Form der Idylle gefunden, in der Zeitlichkeit, Geschichte und Veränderung nicht mehr ausgeblendet werden.
Mechthild Widrich im Katalog: Markus Krön „Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes“,Malerei 1999-2001

Wie sich unsere Lebensumwelt und die Möglichkeiten Ihrer Anschauung seit dem ausgehenden 19.Jahrhundert verändert haben, dem wird Krön durch ein komplexes System von Wahrnehmungsfallen gerecht, das subtil in die Bilder eingebaut ist....
Einige der nymphenhaften Geschöpfe weisen auf ihrer gebräunten Haut die dezente Blässe auf, die ein Bikini beim Sonnenbad hinterlässt. An solchen Details erkennt ein aufmerksamer Betrachter die zwei Pole, zwischen denen Krön in seiner malerischen Überzeugungsarbeit changiert: Es ist das Spiel zwischen symbolistischer Verführung und realistischer Glaubwürdigkeit, das diese Malerei auszeichnet und in ihrer Wirkung effizient macht. Krön spielt zunehmend souverän auf der Klaviatur der Sehnsüchte, die-wohlgemerkt-auch seine eigenen sind.
Lucas Horvath, Künstler

Inhaltlich erscheint auf den Bildern eine Ansammlung von Idyllen. Die Landschaft- in den seltenen Fällen wo keine anderen Elemente vorhanden sind- ist stimmungsvoll, keine nennenswerte Bedrohung wird sichtbar. Menschliche Eingriffe wirken nie als Gegensatz zur Natur. Die Architektur, besonders die freistehenden Einzelhäuser und auch die häufig ins Bild gerückten Infrastrukturbauten wie Straßen, Autobahnbrücken erscheinen wie etwas immer Dagewesenes, das mit der umgebenden Natur aufs Innigste verknüpft ist. Zuweilen vervollkommnen diese Bauten die Natur, sie akzentuieren das dargestellte Gelände in vorteilhafter Weise.
Der andere Motor der Weiterentwicklung malerischer Formen ist die Einbeziehung der Fotografie in die Bildproduktion. Krön bedient sich diverser Vorlagen in einer unvoreingenommen Weise. Zur Bildkonzeption und -herstellung gebraucht er eigene Skizzen, aus dem Auto geschossene Fotos, sowie ausgewähltes fremdes Fotomaterial. Manchmal stellt er sich auch mit der Staffelei in die freie Natur. Diese Materialien werden im Atelier neugruppiert und zusammengesetzt. Bei genauer Betrachtung sind perspektivische Brüche und leicht kippende Beleuchtungssituationen auf ein und demselben Bild wahrzunehmen, was als selbstbewusste Bestätigung des Umganges mit heterogenem Ausgangsmaterial zu werten ist.
Lucas Horvath, Künstler

MARKUS KRÖN
1970 geboren in Salzburg
1989-1994 Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1991 längerer Chinaaufenthalt
lebt und arbeitet in Wien
Einzelaustellungen
1999 Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes, Galerie Alte Schmiede
2001 Lass jubelnd dich grüßen - Heimatbilder,Galerie der Stadt Salzburg und
Galerie unart, Villach
2003 Die letzten Baugründe – eine Apotheose Oberösterreichs, Galerie Heike
Curtze, Wien
2004 Neue Idyllen; Galerie Heike Curtze und Management Club

Gruppenausstellungen
2000 Einkochen und Anbraten, eine Essens-Kunst-Performence, wienstation
2002 Ausstellung zum Faistauer Preis 2002, Galerie im Traklhaus, Salzburg
Bilder aus der Stadt, Lu Xun Academy of Fine Arts, Shenyang, VR China
Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung, Museum auf Abruf,
Prag und Wien
2004 sweet home Einzelausstellung in der Galerie Alcratras, Hallein
Blickwechsel, Museum Moderner Kunst Kärnten

