Bei Koppl, Öl/Leinwand. 80x130 cm, 2005<br><br>
Bei Koppl, Öl/Leinwand. 80x130 cm, 2005

MARKUS KRÖN / SINNLOSE LANDSCHAFTEN

Der Gesamtpreisträgerausstellung mit allen prämierten Werken folgte als erste  Einzelausstellung die Ausstellung von Markus Krön in der ARTLOUNGE im STRABAG HAUS.

Die stimmungsvollen Ausschnitte der österreichischen Landschaft, die Neuinterpretation von Heimat und Natur sind Themen der Malerei des gebürtigen Salzburgers. Skurrile Details machen auf die oft unbewusst wahrgenommene, poetische Wirkung unserer Umwelt aufmerksam. Autobahnen, Neubauten, weibliche Akte zeugen auf humorvoll-ironische Weise von der Diskrepanz zwischen kühler Distanz und Emotion. Barbara Baum, Strabag Kunstforum


Schlichte Landschaften die von einer banalen Alltäglichkeit erzählen, Blicke, die man im Allgemeinen schnell wieder vergisst. In Bilder gebannt offenbaren sie uns aber eine Realität, verursachen ein Echo in unseren Erinnerungen, dass zumeist jenseits des einfach Benennbaren liegt...

Einblick in die Ausstellung in der Art Lounge<br><br>
Einblick in die Ausstellung in der Art Lounge

Krön ist nicht an der Dekonstruktion einer überlieferten Heimatidylle interessiert. Es geht ihm nicht um die Anklage der Zerstörung der Natur im Sinne einer Modernisierungskritik. Krön schafft eine ganz eigene und eigentümliche Form einer spröden Vertrautheit, in die letztlich eine fast mythische Sehnsucht eingewoben ist. 
Die manchmal ironisch - distanziert wirkende Überhöhung zeigt sich auch in den als „Nymphen“ bezeichnete nackte Wesen, die mit einem ästhetischen Überrumpelungseffekt in den Bildern auftauchen. Kunsthistorisch gesehen stehen diese Naturgöttinnen typischerweise für die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die Fruchtbarkeit und die gängige Gleichsetzung von Frau mit Ursprünglichkeit im Gegensatz zur Kultur. Viele der gezeigten Frauen sind hochschwanger, was vorangegangene Aussagen noch zusätzlich stützen könnte, aber, sie sind im Gegensatz zu ihren bescheiden zwischen Büschen kauernden oder fröhlich im Reigen tanzenden Vorbildern sehr prominent in den Vordergrund gesetzte diesseitige Frauenfiguren, Halbwesen, vom Rande der Zivilisation, die teilnahmslos oder distanziert betrachtend zwischen Wohnblöcken, unter Straßenbrücken oder auf Autobahnen in die Idyllen eintreten.
Krön hat eine eigene, moderne Form der Idylle gefunden, in der Zeitlichkeit, Geschichte und Veränderung nicht mehr ausgeblendet werden.
Mechthild Widrich im Katalog: Markus Krön „Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes“,Malerei 1999-2001

Praternymphe, Öl/Leinwand, 110x130 cm, 2004<br><br>
Praternymphe, Öl/Leinwand, 110x130 cm, 2004

Wie sich unsere Lebensumwelt und die Möglichkeiten Ihrer Anschauung seit dem ausgehenden 19.Jahrhundert verändert haben, dem wird Krön durch ein komplexes System von Wahrnehmungsfallen gerecht, das subtil in die Bilder eingebaut ist....
Einige der nymphenhaften Geschöpfe weisen auf ihrer gebräunten Haut die dezente Blässe auf, die ein Bikini beim Sonnenbad hinterlässt. An solchen Details erkennt ein aufmerksamer Betrachter die zwei Pole, zwischen denen Krön in seiner malerischen Überzeugungsarbeit changiert: Es ist das Spiel zwischen symbolistischer Verführung und realistischer Glaubwürdigkeit, das diese Malerei auszeichnet und in ihrer Wirkung effizient macht. Krön spielt zunehmend souverän auf der Klaviatur der Sehnsüchte, die-wohlgemerkt-auch seine eigenen sind.
Lucas Horvath, Künstler

Eröffnungsrede, Lucas Horvath und Markus Krön<br><br>
Eröffnungsrede, Lucas Horvath und Markus Krön

Inhaltlich erscheint auf den Bildern eine Ansammlung von Idyllen. Die Landschaft- in den seltenen Fällen wo keine anderen Elemente vorhanden sind- ist stimmungsvoll, keine nennenswerte Bedrohung wird sichtbar. Menschliche Eingriffe wirken nie als Gegensatz zur Natur. Die Architektur, besonders die freistehenden Einzelhäuser und auch die häufig ins Bild gerückten Infrastrukturbauten wie Straßen, Autobahnbrücken  erscheinen wie etwas immer Dagewesenes, das mit der umgebenden Natur aufs Innigste verknüpft ist. Zuweilen vervollkommnen diese Bauten die Natur, sie akzentuieren das dargestellte Gelände in vorteilhafter Weise.
Der andere Motor der Weiterentwicklung malerischer Formen ist die Einbeziehung der Fotografie in die Bildproduktion. Krön bedient sich diverser Vorlagen in einer unvoreingenommen Weise. Zur Bildkonzeption und -herstellung gebraucht er eigene Skizzen, aus dem Auto geschossene Fotos, sowie ausgewähltes fremdes Fotomaterial. Manchmal stellt er sich auch mit der Staffelei in die freie Natur. Diese Materialien werden im Atelier neugruppiert und zusammengesetzt. Bei genauer Betrachtung sind perspektivische Brüche und leicht kippende Beleuchtungssituationen auf ein und demselben Bild wahrzunehmen, was als selbstbewusste Bestätigung des Umganges mit heterogenem Ausgangsmaterial zu werten ist.
Lucas Horvath, Künstler


 

Wäschespinne (2), Öl/Leinwand,  50x70 cm, 2005<br><br>
Wäschespinne (2), Öl/Leinwand, 50x70 cm, 2005

MARKUS KRÖN

1970           geboren in Salzburg
1989-1994  Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1991           längerer Chinaaufenthalt
lebt und arbeitet in Wien

Einzelaustellungen

1999  Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes, Galerie Alte Schmiede
2001  Lass jubelnd dich grüßen - Heimatbilder,Galerie der Stadt Salzburg und 
          Galerie unart, Villach
2003  Die letzten Baugründe – eine Apotheose Oberösterreichs, Galerie Heike
          Curtze, Wien
2004  Neue Idyllen; Galerie Heike Curtze und Management Club

Wals, Öl/Leinwand, 60x90 cm, 2003<br><br>
Wals, Öl/Leinwand, 60x90 cm, 2003

Gruppenausstellungen

2000   Einkochen und Anbraten, eine Essens-Kunst-Performence, wienstation
2002   Ausstellung zum Faistauer Preis 2002, Galerie im Traklhaus, Salzburg
           Bilder aus der Stadt, Lu Xun Academy of Fine Arts, Shenyang, VR China  
           Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung, Museum auf Abruf,
           Prag und Wien
2004   sweet home Einzelausstellung in der Galerie Alcratras, Hallein
           Blickwechsel, Museum Moderner Kunst Kärnten


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