
auf Leinwand, 35x25cm, 2007
Foto:Reklame Kontor Franc
Bei den Bildern handelt es sich um Darstellungen von Alltagssituationen. Es geht um die (Selbst-)Beobachtung kleiner, psychologischer Details, nicht um große Gefühle, sondern um eine alltägliche Melancholie, die Unbestimmtheit und die -auch körperliche- Ungewissheit des Auf-der-Welt-Seins. Die kleinen Formate tragen zu der Distanz und Ruhe bei, die ich vermitteln will. Die meisten Sujets sind privat und persönlich bis intim, was dem Betrachten etwas Voyeuristisches verleiht. Die Farbgebung und malerische Ungeschliffenheit unterstreichen den flüchtigen und zufälligen Charakter der Bilder. Ihre äußere Form ist ebenso beabsichtigt.
Es wird keine Theorie oder Philosophie vermittelt, sondern ein Gefühl kommuniziert. Die Bilder sind ein stärkeres, besseres und direkteres Mittel, um Emotionen darzustellen, die sich nicht gut in Worte fassen lassen. (Mit Matisse: Maler sind Leute, die nichts zu sagen haben. Und mit Derrida: Ich spreche nur eine Sprache und die ist nicht meine.)
Julia Maurer


Fotos: Max Moser
Julia Maurer
1983 geboren in Wien
2002-07 Studium der Malerei bei Walter Obholzer und Erwin Bohatsch an der
Akademie der bildenden Künste, Wien, Diplom
2005 Aufenthalt an der Glasgow School of Art
lebt und arbeitet in Wien
Ausstellungsauswahl
2008 Lieber nichts sagen, MUSA, Museum auf Abruf, Wien
2007 Studenten von Erwin Bohatsch, Galerie Bleich-Rossi, Wien
Potzblitz, Swingr-Raum auf Zeit, Wien
Im Zentrum am Rand, Weinstadtmuseum Krems,
2006 Jahresausstellung der Akademie, Kuratorenprojekt, Wien
Smile sweetheart, Ebendorf RaumAcht, Wien
2004 Walter Obholzer und Studenten,
Galerie 422, Gmunden
2003 Alternative Jahresausstellung, Area 53, Wien

Foto: Reklame Kontor Franc
Wie auch im letzten Jahr dominiert der Kanon der Figuration die Medien Malerei und Zeichnung der jungen zeitgenössischen Künstler. Dabei lässt sich ein breites Spektrum der formalen und thematischen Möglichkeiten erkennen. Sie reicht von sachlich fotografisch orientierten Artikulationen bis zu Beispielen, in denen die Arbeitsmittel selbst in den Vordergrund treten.
Julia Maurer hat sich primär dem Kleinformat verschrieben. Meist in fahlen und erdigen Farben operierend, malt die junge Künstlerin zarte fragile Bilder mit persönlich anmutenden Inhalten. Diese Malereien zeugen von Stille und Lyrik: Romantische Atmosphäre macht sich breit: ein Schifahrer in Rückenansicht, ein Baum in der Weite der Landschaft.
Florian Steininger, Jurymitglied des Strabag Artaward, Kurator Bank Austria Kunstforum
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