
Die ARTLOUNGE wurde im Dezember 2004 mit einer Ausstellung renommierter Preisträger des damaligen Bauholding Strabag Kunstförderungspreises der Jahre 1994 bis 2002 eröffnet.
Gezeigt wurden Werke von Daryoush Asgar, Helmut Ditsch, Oliver Dorfer, Lorenz Estermann, Franco Kappl, Nikolaus Moser, Ahmet Oran, Tobias Pils, Catharina Vopava und Christina Zurfluh. Für alle zehn Künstler war der ART AWARD eine Anregung zu erfolgreicher künstlerischer Entwicklung.
Die Ausstellung umfasste künstlerische Positionen zwischen Abstraktion und Gegen-ständlichkeit, die die Symbiose von Landschaft, Figur und Gegenstand belegen. Im Mittel-punkt stand das Medium Malerei, darin oftmals integriert die Grafik.
Der Trend zum klassisch-modernen Tafelbild, die Neuinterpretation traditioneller Bildauffassungen im Großformat, aber auch der subtile Einbezug der Medienwelt wurden in der Ausstellung ersichtlich. Auffällig war bei den zeit und- materialaufwendigen Bildern die Rückkehr des Narrativen sowie der Postmoderne.

Der Linzer Künstler Oliver Dorfer wurde in den 90er Jahren durch seine archaisch wirkenden Bilder mit dunklen Konfigurationen auf Gipsgrund bekannt. Die neuen Arbeiten des diplomierten Sozial- und Wirtschaftswissenschafters, der als Autodidakt seine künstlerische Laufbahn begann, wirken leichter, luftig- transparent. Sie sind in der Technik Pigment und Schellack auf Gipsgrund gearbeitet, was die Dauerhaftigkeit eines Freskos mit Formen der Vergänglichkeit verbindet. Chiffrierte Elemente, Bildzitate, farbige Silhouetten überlagern sich wie auf Folien. Es entsteht ein Bildsystem zwischen Fiktion und Realität mit Stereotypen und optischen Codes. Dorfer greift auf verschiedenste Bildressourcen wie Zeichnung, Comic, Foto und Film zu. Die Neuinterpretation der Pop Art unter Einbeziehung verschiedener Zeitschichten gleicht filmischem Sehen. So widersetzt er sich der formlos werdenden Beliebigkeit einer logistisch gewordenen Welt.

Tusche, 30 x 20, 2004
Der junge oberösterreichische Künstler Tobias Pils zeigte grafisch bestimmte Arbeiten, die eng mit Sprache, Wortrythmus, mit dem erzählerischen Element verbunden sind.
Literatur und Zeichnung stehen in engem Zusammenhang mit seinen Büchern, die er unter anderem zusammen mit Friedericke Mayröcker machte.
Das reduzierte Vokabular von Tusche, Kohle, Graphit, das Aussparen von weißen Flächen sowie malerisch verdichtete, dunkle Flächen stehen in Verbindung mit der feinen Graphik der subtilen, fast märchenhaften Blätter. In den traumhaft-surrealen Arbeiten wird man mit leiser Ironie in fiktionale Räume mit verschleierten Zonen und phantastisch-figurativen Gebilden geführt.

Der 1975 in Teheran geborene Künstler Daryoush Asgar war der jüngste Künstler der Ausstellung und Preisträger des Jahres 2002.
Seine großformatigen Portraits beschäftigen sich mit Jugendkultur und Körperlichkeit, mit der zeitgemässen Auffassung von Sinnlichkeit und Schönheitsidealen. Cool, modebewusst und selbstverliebt zu sein, überspielt in diesen Portraits nicht die seelische Verunsicherung der Jugend, die er auf photorealistisch-kritische Weise abbildet.

Helmut Ditsch wurde in Buenos Aires geboren. Seine Werke sprengen die Grenzen der österreichischen Kunstlandschaft. Angeregt durch die Werke Gottfried Helnweins und durch die österreichischen Wurzeln seiner Familie kam der Bergsteiger und Weltreisende Helmut Ditsch 1988 nach Wien, um auf der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Seine extremen Darstellungen von Gebirgen, Gletschern und Wüsten zeigen die Veränderungen von Natur und Wahrnehmung. Die Natur, in der sich Kitsch und Kunst im Sinn eines photorealistischen Ganzen vereinen, ist ein Ort großer Gefühle, voller Unberührbarkeit vergänglicher Schönheit und existentieller Erfahrung. Das 9 Meter lange Bild „The last day“ zeigt den Gletscherzug des Perito Moreno im Naturpark Los Glaciales in Patagonien: die südlichste Spitze des Kontinents, gleichsam das Ende der Welt. Die suggestive Kraft und Intensität der differenziert eingesetzten Farbe Blau machen den unwiederstehlichen Reiz dieses Bildes aus.
> Helmut Ditsch

Die geborene Schweizerin Chrisitina Zurfluh studierte an der Hochschule für angewandte Kunst und gewann 1996 den Strabag Art Award. Mit ihren schweren, aus 70 und mehr Acrylschichten bestehenden Arbeiten, sprengt sie die Grenzen der Malerei und führt sie in eine plastische Dimension.
Immer wieder trägt sie Stellen ab, baut Farbteile und Farbtropfen woanders wieder auf, lenkt den Blick auf die inneren Schichten des Bildes. Im Prinzip arbeitet sie wie bei den geologischen Schichtungen des Bergbaus nach einer analythisch- planhaften Vorgehensweise. Die als postabstrakt bezeichneten Papierarbeiten sind verwandt mit dem amerikanischen Drippainting Jackson Pollocks, was sich im Rinnenlassen und gestischen Spritzen der Farbe äußert. Farbe wird auch hier zum Objekt.
Alle abgebildeten Arbeiten sind Teil der Art Collection.

Die österreichische Landschaftsmalerei in ihren Abstraktionsgraden wurde von Estermann neu interpretiert. Werke wie das gezeigte bildeten den Anfang seiner neuesten Serie mit Modellen aus Sperrholz, Fotos und Mischtechniken (Ausstellung Arbeitsplatz, Wien 2006).
> Lorenz Estermann

Ahmet Oran wurde in Canakkale in der Türkei geboren. Er studierte an der Hochschule für angewandte Kunst bei Adolf Frohner und ist international, unter anderem in Istanbul, tätig. Seine meditativen, vom Klang feinster Farbnuancen bestimmten Bilder sind in unzähligen feinen Schichten gemalt. Der Betrachter tritt in einen inneren Dialog mit den Schwingungen, der Harmonie und der Weite der Bilder. Kleine Störungen im Bildfeld, Farbspritzer, optische Begrenzungen begleiten den Illusionismus des Farbfeldes. Zu Transparenz und Tiefe der Malerei gelangt Oran durch ständiges Verwerfen, Übermalen und Erproben der feinen Farblasuren.
> Ahmet Oran

Eng im Zusammenhang mit dem Strabag Kunstforum steht auch der aus Spittal /Drau stammende Künstler Nikolaus Moser. 2004 fand eine große Retrospektive im Palais Harrach in Wien statt. Nikolaus Moser ist bekannt für seine pastosen Ölmalereien, die die Dichte der Farbmaterie und die Objekthaftigkeit seiner Bilder verdeutlichen. Bekannt wurde er auch durch seine Malereien auf Europaletten. Mosers Arbeiten entstehen durch die aufwendige Aufschichtung und Spachtelung von Farbpigmenten und das Einbringen von Farbsprengseln. Es sind Stimmungsbilder, Ausblicke in lichtgestreute Landschaften, die er mit bis zur Unkenntlichkeit mit Farbe verdickten Spachteln und Werkzeugen aufträgt.
> Galerie Hilger

je 180 x 230 cm, 2004
Der in Klagenfurt geborene Künstler Franco Kappl war 1994 Kunstpreisträger des allerersten Kunstförderungspreises.
Er studierte an der Akademie der bildenden Künste bei Arnulf Rainer und verbrachte Studienaufenthalte in New York. In seinen Arbeiten ist die Hinwendung zum amerikanischen Expressionismus, zur informellen und gestischen Malerei ersichtlich.
Hell- Dunkel, Licht und Schatten bestimmen die großformatigen Ölmalereien sowie die Papierarbeiten, die von der Wirkung der Farbe und dem dynamisch- rythmischen Farbauftrag bestimmt sind. Landschaftliches und Elementares wird in den spontanen und explosiven Malereien, Schüttungen und Collagen suggeriert.

bildenden Künste. Organische Formen, erinnernd an Pflanzen, werden in den räumlich wirkenden Bildern miteinander verwoben. Manche Arbeiten erinnern stilistisch an die Ecole de Paris der späten 50er Jahre. Bodenständigkeit und Exotik, Dekor und Abstraktion sind in Vopavas Bildern vereint

