Gironcoli - Kristall, Außenansicht<br>Fotos: Franz Pfluegl<br>
Gironcoli - Kristall, Außenansicht
Fotos: Franz Pfluegl
GIRONCOLI - KRISTALL

Ich dachte, eine Verbindung zwischen wirtschaftlichem Geschehen und künstlerischen Ausdrucksarten sei möglich. Das Ergebnis liegt hier vor. Sehen Sie selbst.
Bruno Gironcoli

Die Papierarbeiten und Skulpturen des im Februar 2010 verstorbenen Bildhauers Bruno Gironcoli bilden einen der wichtigsten Sammlungsschwerpunkte der Strabag Artcollection.
Die im Juni 2004 eröffnete Kunst- und Eventlocation GIRONCOLI - KRISTALL zeigt als erste museale Dauerpräsentation in Wien neun monumentale Polyesterskulpturen, Dauerleihgaben des internationalen bekannten Bildhauers (geboren 1936 in Villach, gestorben 2010 in Wien).  

Die meterhohen, maschinenhaft-organischen, in Gold und Silbertönen gehaltenen „Mutterskulpturen“ ( "Ungeborenen") aus den neunziger Jahren sind neuer Erfahrungsraum und Schwerpunkt im futuristisch wirkenden Werk des Künstlers. Drei zur Sammlung gehörige Güsse auf dem Firmengelände verweisen auf das spektakuläre Innere des Kristalls, der einen neuen kulturellen Akzent in der Wiener Donau-City setzt.

 

Gironcoli - Kristall, Innenansicht<br><br>
Gironcoli - Kristall, Innenansicht

Auf den schwerkranken, unermüdlich arbeitenden Bildhauer war die Kunstwelt auf der Biennale in Venedig 2003 erneut aufmerksam geworden. Gironcoli lehrte bis zu seiner Emeritierung im August 2004 als Nachfolger Fritz Wotrubas Leiter der Bildhauer-schule in den Ateliers der Akademie der bildenden Künste im Wiener Prater. Er ist Vorbild für jüngere Künstlergenerationen, die die Progressivität, Radikalität und die Zeitlosigkeit seiner Arbeit schätzen. 

Gironcolis Suche nach einer Darstellungsform der Wirklichkeit sowie einem veränderten Skulpturenbegriff begann beeinflusst durch den Wiener Aktionismus bei den Happenings und Performances jener Zeit. Aus den Dingen des alltäglichen Lebens schuf er sogenannte Environments aus Gegenständen, die er ihrer Funktion enthob. Die einzelnen Objekte fügte er zu riesigen, sich ständig verändernden Skulpturen aus Metall, Polyester und Metallteilen zusammen. Themen wie Gewalt, Unterdrückung, Sinnlosigkeit, Sexualität, Kleinbürgertum, frugale und technische Ersatzstücke werden in Gironcolis Werken zusammengefügt. 

 

Gironcoli-Kristall, Innenansicht <br><br>
Gironcoli-Kristall, Innenansicht

Alle Projekte und Planungen, ein Gironcoli - Museum zu bauen - prominenter Standort war etwa die BBU Erzaufbereitungshalle in Bad Bleiberg in Kärnten - hatten sich trotz der Bemühungen von Stadt- und Kulturpolitikern zerschlagen. Einen geeigneten Aufstellungsort für die riesigen Werke, die 1997 in der Großausstellung „Die Ungeborenen“ im Wiener MAK erstmals präsentiert wurden zu finden, war für den Künstler sehr schwierig. Die verschiedenen Lager quollen über, es war Zeit, die schweren und äußerst empfindlichen, in Gold- und Silber gefassten Plastiken aus Polyester, Holz und Metall wieder zusammenzusetzen und zu restaurieren.

Nach langer Vorbereitung und aufwändigem Transport war es soweit: Der Sammler und Kunstmäzen Hans Peter Haselsteiner widmete dem Künstler in Form einer Privatinitiative die von den Architekten Hoffmann & Janz erbaute, dem Strabag Haus angegliederte Halle.

 

Bronzeguss vor dem Strabag Haus <br>Foto: Günter Mischkulnig<br>
Bronzeguss vor dem Strabag Haus
Foto: Günter Mischkulnig

Den Besuchern und Mitarbeitern des Strabag Hauses auf der Wiener Donauplatte eröffnet sich ein grandioser Blick auf die umliegende Architektur und auf drei zur Sammlung des Strabag Kunstforums gehörende Güsse Bruno Gironcolis.

Mein psychisches Bewusstsein und mein ästhetisches Verlangen haben einen Zug zur Stille hin erzeugt, hin zu Dingen, die Kraft ihrer einfachen Oberfläche in ein Schweigen geführt werden. Bruno Gironcoli

Tatsächlich scheinen Gironcolis organische Maschinen einen komplexen, ewigen Prozess zu symbolisieren – die schwierigen, nie endenden Mühen der Muttergottheit bei der Hervorbringung des Lebens, während die realistischen, vitalen Details, die auf ihnen wachsen, ihre Fertigprodukte sind, Sekundärphänomene, die übernatürlich zu sein scheinen. Kurzum: für Gironcoli gebiert das Unbewusste das Bewusstsein der Realität, so wie eine Mutter einem Kind das Leben schenkt, wobei sich das Kind, auch wenn es von seinem Ursprung unabhängig zu sein scheint, nicht davon lösen können wird…
Donald Kuspit   

 

Aluminiumskulptur vor dem Strabag Haus mit Blick auf das Tech Gate <br><br>
Aluminiumskulptur vor dem Strabag Haus mit Blick auf das Tech Gate

Zweifelsohne verstrickte ich mich in prägnante, beunruhigende Details von wunderbar plastisch ausgearbeiteten und symbolisch aufgeladenen Dingen einer politischen Ikonographie mit pseudo-sakralen Referenzen wie den satten Trauben (dem Wein des Lebens), den Blättern, Assoziationen zum Austrofaschismus und der Vulva als appliziertem Dekor. Das Ganze war ein Depositum von außerirdisch anmutenden Altären (Science-Fiction wie in den frühen Bildern von Matta), die sich überlagerten mit mechanisch konstruierten Elementen – eine Mischform hybrider Natur als dreidimensionaler Körper, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich musste in einem wahren Bildhaueratelier gelandet sein. Das Amalgam aus utopischem Design und archetypischen Vorstellungen oszillierte zwischen abstraktem geometrischem Element und zugleich körperlichem Realismus. Auch emotional war ich in einem Wechselbad von Beschwingtheit und Depression...Wenn es stimmt“, so Bruno Gironcoli, „dass Kitsch das Gemeinsame an Glück für ein Kollektiv formalisiert, dann ist der von mir strapazierte Schnörkel, diese Schliere, ein Wesen, das das darin zuvor enthaltene des kollektiven Ganzen nachahmt, um das Glück zu berühren. Kaspar König

Der Bildhauer hat keinen Auftraggeber – so ist diese lähmende Situation in Modellen zu überschreiten, ihr Vakuum wird Sehnsucht und Ohnmacht. Dagegen steht das in seiner Fülle nicht erfassbare und in fortwährender Auflehnung begriffene Kunstwerk.
Bruno Gironcoli



 

Bruno Gironcoli in der Galerie Hofstätter, Wien<br>Foto: Franz Hubmann<br>
Bruno Gironcoli in der Galerie Hofstätter, Wien
Foto: Franz Hubmann

BRUNO GIRONCOLI
1936 Villach - 2010 Wien

1936 geboren in Villach, Kärtnen 
aufgewachsen in Kärnten und Tirol bei seinem aus Triest stammenden Vater, seine  Mutter wandert 1949 nach Amerika aus
1951-1956  Goldschmiedelehre in Innsbruck, Gesellenprüfung
1957-1959  Studium der Malerei an der Hochschule für angewandte Kunst bei Eduard Bäumer,naturalistische Motive
1960-1961  verbringt ein Jahr in Paris, Einfluss Giacomettis, des Existenzialismus und des Marxismus
1961-1963  Studium an der Hochschule für angewandte Kunst bei Eugen Meier (Metallverarbeitungsklasse)
Heirat mit Christine Melichar, Geburt der Tochter Ina. 
Akt- und Porträtstudien nach dem Modell seiner Frau
Erste ‚Gebilde’ aus Holz, Nylon, Eisen, Aluminium und Glas-Pech
1964-1965   zentrales Thema: menschliche Figur erste Drahtplastiken und Hohlkörperformen aus Pappendeckeln Skizzen zu bildhauerischen Gegenständen, erste Polyesterarbeiten
1966-1967  erste Einzel- und Gruppenausstellungen in der Galerie Hildebrand in Klagenfurt
1968-1971   Beginn der Ausstellungstätigkeit in der Galerie nächst St. Stefan in Wien, Super Design, 1968 mit Goeschl, Hollein, Oberhuber und Pichler, Monsignore Otto Mauer, Leiter der Galerie seit 1959, wird einer seiner ersten Sammler und Förderer, Modell  ‚Murphy’ nach Roman von Samuel Beckett

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1970- 1976  Ausstellung im Museum des 20.Jahrhunderts, Wien; Drahtplastiken und Zeichnungen; erste Einzelausstellung in Deutschland in der Galerie Appel & Fertsch, Frankfurt; im Raum ausgebreiteter Objektarrangements (Environments) mit Gegenständen des täglichen Lebens sowie Vorarbeiten auf Papierzentrale Themen: Gewalt, Folter, Sexualität 
Vertreter auf der Biennale in Sao Paolo, Ausstellungen in der Galerie Krinzinger in Bregenz und Innsbruck, in der Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt und im Kulturhaus der Stadt Graz(beide mit F.X. Ölzant)
1977- 1985  erste umfassende Ausstellungen im Museum des 20. Jahrhunderts,Wien (Kuratoren Peter Weiermair und Armin Zweite ); wird Leiter der Bildhauerschule der Akadmie der bildenden Künste in Wien als Nachfolger Fritz Wotrubas; assembleartige Skulpturen seine Schüler sind u.a. Franz West, Manfred Erjautz, Peter Sandbichler
1986 Steirischer Herbst, Ausstellung der Arbeit ‚ Väterliches- Mütterliches–eine fiktive Modellvorstellung’ im Künstlerhaus Graz, Geschlechtlichkeit wird eines der Grundthemen
1989 Österreichischen Skulpturenpreis der Erste Allgemeinen Generali–Foundation
1990-1995 neue malerische Sprache in den Papierarbeitenerste umfassende Ausstellung der Papierarbeiten in der Neuen Galerie am Joaneum, Graz, Kurator: Wilfried Skreiner, Ausstellung von elf großformatigen Plastiken im Museum des 20. Jhts., Wien 
Ausstellungen u.a. in der Galerie Thoman, Innsbruck, in der Galerie Ulysses New York und Rupertinum, Salzburg, Retrospektive i,m Bregenzer Kunstverein, erhält den ‚Großen österreichischen Staatspreis’ und den Kulturpreis der Stadt Villach
1997 Die Ungeborenen, Ausstellung von Skulpturen, MAK, Museum für angewandte Kunst, WienAusstellungen u.a.in der Galerie Krinzinger, Wien, Galerie Ulysess, Wien, Galerie Altnöder, Salzburg, Galerie Thoman, InnsbruckKulturpreis des Landes Kärnten
1999-2003   Ausstellung ’Lady Madonna’, im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien, Ausstellungen u.a. in der Galerie Judith Walker, Schloss Ebenau, Kärnten, in der Galerie Chobot und der Galerie Hofstätter, Wien

Eröffnung Juni 2004<br><br>
Eröffnung Juni 2004

1999-2003   Ausstellung ’Lady Madonna’, im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien
Ausstellungen u.a. in der Galerie Judith Walker, Schloss Ebenau, Kärnten, in der Galerie Chobot und der Galerie Hofstätter, Wien
2003 Österreichvertreter auf der Biennale in Venedig, Kurator: Kaspar König, Ausstellungen u.a. in der Galerie Altnöder, Salzburg, Galerie Thoman, Innsbruck, Galerie Hofstätter, Wien, Galerie Pfefferle, München, Teilnahme an der Art Cologne und der Biennale Lyon
2004 Eröffnung der Kunst- und Eventhalle Gironcoli – Kristall im Strabag Haus in Wien
Eröffnung des Gironcoli Museums, Schloss Herberstein, St.Johann, Steiermark Beendigung der Lehrtätigkeit, verlässt Akademie der bildenden Künste, Lady Madonna, Galerie Thoman, Innsbruck (Einzelausst.), Atelier& Gallery AREA 53, Wien (Einzelausst.), „Die Phantastik, OÖ Landesmuseum, Francisco Carolinum, Linz (Bet.), „Skulptur-Malerei-Grafik, Galerie Glacis, Graz (Bet.)„Support 2 – die neue Galerie als Sammlung, Neue Galerie, Graz
2005 Blickwechsel, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt (Bet.), Occupying Space, Haus der Kunst, München (Bet.) A wonderful  view-Vous Etes Ici, Amsterdam (Bet.)Figur / Skulptur, Sammlung Essl, Klosterneuburg (Bet.), „Occupying Space, Museum of Contemporary Art, Zagreb - Witte de With, Rotterdam; Fotomuseum Rotterdam (Bet.), Bruno Gironcoli – frühe Arbeiten, Akademie der bildenden Künste
2006 Österreich 1900-2000, Konfrontationen und Kontinuitäten, Sammlung Essl, Klosterneuburg; Galerie Karl Pfefferle München; Galerie Gölles Fürstenfeld; Galerie Pfefferle, München

Große Skulptur auf der Plaza, Strabag Haus<br><br>
Große Skulptur auf der Plaza, Strabag Haus

2007 Bruno Gironcoli - 11 Skulpturen, Gerhard Macks Haus, Bremen; Loil-Écran La Novelle Image, Casino Luxenburg; Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck; Objekthaftes. Einblicke in die Sammlung. exitus. tod alltäglich. Künstlerhaus, Wien, Buchpräsentation: Bruno Gironcoli. Die Skulpturen-The Sculptures. 1956-2008, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck.Nach 1970. Österreichische Kunst aus der Albertina. Graphische Sammlung Albertina, Wien. Edition Stalzer - Printers Proof. Galerie Wolfgang Exner, - Galerie für junge und aktuelle Kunst, Wien. Bruno Gironcoli. Werke ab 1963 und neue Skulptur. Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck. Hosted. KOMM-Zentrum - regionale08, DIWAN, Graz. Mind Expanders - Performative Körper, utopische Architekturen um ´68. Haus-Rucker-Co, Wien. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien. K 08 :: Emanzipation und Konfrontation. Kunst aus Kärnten 1945 bis heute. Österreich - Museum Moderner Kunst Kärnten, MMKK, Klagenfurt, Bruno Gironcoli. Skulpturen & Zeichnungen. 1964-2008. Galerie Bernard Jordan Zürich, Zürich. Präsentation Galerie Judith Walker, Weizelsdorf. Viennafair
2008. Präsentation Galerie Appel, Frankfurt am Main. Präsentation Galerie Kratochwill. Galerie Rudolf Kratochwill, Graz. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck
2009   "POSITIONEN".  25 Jahre Galerie Altnöder/Jubiläumsausstellung. Galerie Altnöder, Salzburg. "ECHOES" Festspielausstellung. Galerie Judith Walker, Weizelsdorf / Österreich.  "Mahlzeit!". Galerie im Traklhaus, Salzburg. Austria International. Galerie Weihergut, Salzburg. Meisterwerke aus Österreich. Burgmuseum Archeo Norico Deutschlandsberg, Deutschlandsberg. Bruno Gironcoli. Objekte, Zeichnungen, Siebdrucke. Galerie Chobot, Wien. Bruno Gironcoli. Environments. Galerie Weihergut, Salzburg. Dressed for Art. Galerie Julius Hummel, Wien. cross over. Galerie Peithner Lichtenfels, Wien.
2010  Sammeln, Sammeln, Sammeln...!. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck / Österreich 
Plaza mit Festzelt <br><br>
Plaza mit Festzelt

Veranstaltungen/Vermietung

Die Kunst- und Eventhalle Gironcoli-Kristall bildet einen einzigartigen, künstlerischen Rahmen für Firmenevents, Präsentationen, Konferenzen, Symposien und Festlichkeiten in anspruchsvollem Ambiente. Die groß angelegte Plaza vor der Kristallfront kann als Erweiterung des Veranstaltungsraumes genutzt werden. Der Gironcoli-Kristall verbindet Multifunktionalität, Atmosphäre und Kunstgenuss mit modernster Veranstaltungstechnik - ein Ort der Magie am wirtschaftlich bedeutenden Standort der Wiener Donau-City.

Fläche: Kristall: 600m², umlaufende Galerie: 270 m², Empfangsbereich mit
Garderobe und Künstlerdokumentation: 270m²
Plaza: 1200m² für Freiluftveranstaltungen; Kapazität: maximal 300 Personen
mit Bestuhlung: max.300 Personen, gesetzte Gesellschaft: max.150 Personen
Technik/Infrastruktur: modernste Licht-, Ton-, Projektionstechnik, alle Nebenräume vorhanden, sehr gute Raumakkustik.
Individuelle Ablaufplanung nach Vereinbarung.

Veranstaltung im Gironcoli-Kristall<br><br>
Veranstaltung im Gironcoli-Kristall

Gironcoli- Kristall im Strabag Haus

Donau-City-Straße 9
1220 Wien

Kunstführungen nach telefonischer Vereinbarung, Mo-Do, 10-17 Uhr, Fr. 9-13 Uhr
Strabag Kunstforum: Tanja Skorepa, Barbara Baum, Tel: +43 (0)1 / 22422 - 1848

Auskünfte zur Anmietung der Wiener Event Location für Veranstaltungen/ Konferenzen/ Feiern:

Doris Malik (Immobilien Management),  Tel: 01/22422-1039,
E-mail: doris.malik@bauholding.com



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