Arnulf Rainer

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Arnulf Rainers (Baden bei Wien 1929) künstlerisches Talent wird bereits früh an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Traiskirchen erkannt, wo er im Zeichenunterricht von Luftaufnahmen und Kriegsbildern inspirierte Arbeiten anfertigt. Als er gezwungen wird, stattdessen nach der Natur zu zeichnen, verlässt Rainer 1944 die Schule. 1945 flieht er vor den russischen Besatzungsmächten nach Kärnten und kommt durch eine Ausstellung des British Council in Klagenfurt erstmals mit internationaler zeitgenössischer Kunst in Berührung. Obwohl er 1948 die Aufnahmeprüfungen sowohl an die Akademie der bildenden Künste Wien als auch an die Universität für angewandte Kunst Wien besteht, bricht Rainer beide Studien unmittelbar nach Beginn wieder ab. Anfang der 1950er-Jahre gründet er mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Arik Brauer, Ernst Fuchs und Anton Lehmden die „Hundsgruppe“, die sich jedoch nach nur einer Ausstellung wieder auflöst. Gemeinsam mit Maria Lassnig reist Rainer nach Paris, wo er das Informel für sich entdeckt und sich in Folge von seinen figurativen-surrealistischen und phantastischen Anfängen abwendet. Zurück in Österreich wird Rainer – neben Markus Prachensky, Wolfgang Hollegha und Josef Mikl – zum Mitbegründer der legendären Gruppe St. Stephan um Monsignore Otto Mauer. Zugleich beginnt die Beschäftigung mit den „Reduktionen“ und den „Übermalungen“, die bis Mitte der 1960er-Jahre sein Werk prägen. Rainer experimentiert mit Zeichnungen in Rauschzuständen und setzt sich intensiv mit der Malerei von Geisteskranken auseinander. Film und Fotografie – u. a. die „Grimassenbilder“ –, aber auch Finger- und Fußmalerei erweitern Rainers künstlerisches Repertoire. Seine unermüdliche Suche nach neuen Wegen der Malerei und die stetige Weiterentwicklung seiner künstlerischen Praxis machen Arnulf Rainer zu einem der einflussreichsten österreichischen Künstler der Gegenwart. Rainer ist Träger des Österreichischen Staatspreises für Graphik (1966), des Großen Österreichischen Staatspreises (1978) und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (2015), Vertreter Österreichs auf der Biennale von Venedig (1978) und mehrmaliger documenta-Teilnehmer. Dem Künstler zu Ehren wurde 2009 das Arnulf Rainer Museum im Frauenbad in Baden bei Wien eröffnet.

 

www.arnulf-rainer-museum.at
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